Die Welt ist krank? Da bin ich doch froh!

Da bin ich doch froh, dass die Welt, in der fast gar nichts mehr ging, sich letztendlich als ein Hort des Großen Übels erweist – besser so sterbenskrank als längst tot, für die ich sie nun zunehmend hielt?

Da bin ich doch froh, d a s s das Internet voll ist mit solch wirren Verschwörungstheorien – es sind wohl nicht nur die Weisen die merken können, dass die Abläufe nicht geheuer sind! Erfahr von Völkerrechtsbrüchen und Mordtaten derer, denen ich blind vertraut hab und noch lange vertrauen wollte; dass Informationen, die ich bisher für frei hielt, nur zu meiner, unserer Desinformation produziert werden; ich in meiner vermeintlichten Betrachterrolle Mittäter, Anpeitscher, und Gladiator im großen Rennen auf eine möglichst bestialisches Ende hin bin. Da bin ich doch froh, nun mit korrigiertem Weltbild nochmal los zu können und meine doch nun auch gleich, nur diesen faulen Pfuhl gelte es letztendlich noch abzuziehen… Da ist zumindest Mahnung, und Gewissheit, dass doch noch nicht alles getan, gedacht, reflektiert ist – und damit ein hoffnungsschimmernder Pfad gezeichnet aus dem sumpfigen Gestrüpp, in dem ich eben noch glaubte, bald ausgehaucht haben zu müssen?

Da bin ich sogar froh, dass jahrelanges Experimentieren in der Gartenkunst nicht zwangsläufig für die Katz war, und auch der Blick fürs Wetter nicht getrübt sein muss – sondern die Realbedingungen einer momentanen Krise unterliegen. Da kann ich doch wieder Hoffnung schöpfen, wenn ich mir vorstelle, wie wir einst die Chemtrail- Flieger verbannt haben. Und plötzlich wieder Energie entwickeln. Da kann ich doch meine Kindheitserinnerungen wieder als Wertmaßstab für ein Stück Erdbeertorte gelten lassen, wenn ich seh, wie Erdbeeren heute entstehen, Torte heute entsteht. Uns heute als Erdbeeren oder Torte verkauft wird. Nur so komm ich wieder an die geliebte Erdbeertote der Kindheit zurück?

Kann Schluss machen mit dem Hinterfragung meines Nutzens, meiner Tauglichkeit, wenn ich sehe, im großen Maßstab wird Wissen, Kreativität, Redlichkeit verpönt; mich aus der Welt zu fühlen, wenn ich einen mehrheitlichen Bundestagsbeschluss, das Programm einer Partei nicht verstehe; mich bei den so verehrten Künsten der Ekel packt, und ich zu neuen komme: bin ich doch froh, dass nun zu sehen – nur wer das Übel sieht, kommt auch aus seiner Umarmung?

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